Art der Dienstleistung

Lichtkonzept

Ort

St. Gallen

Jahr

2018

Im Jahr 2018 unternahm die Stadt St. Gallen einen weiteren Schritt in ihrer Strategie zur Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung. Mit dem Ziel, sowohl die Attraktivität der Innenstadt zu steigern als auch den Energieverbrauch langfristig zu senken, wird schrittweise die gesamte städtische Beleuchtung auf LED-Technologie umgestellt. Dieses Beispiel zeigt, wie eine Stadt durch kontinuierliche Erneuerungen ihre Energieeffizienz steigern und gleichzeitig das Stadtbild aufwerten kann.

Weisses Licht für die Innenstadt

Bereits seit 2004 erstrahlt die Innenstadt von St. Gallen in weissem Licht, um die Farben der Umgebung besser zur Geltung zu bringen und die Attraktivität der Geschäftsbereiche zu erhöhen. Der Fokus lag dabei auf der Beleuchtung von Strassen, Erkern und Prunkbauten. Heute setzt die Stadt bei jeder Erneuerung der Lampen auf energieeffiziente LED-Leuchten, die im Vergleich zu den zuvor verwendeten Halogen-Metalldampf-Lampen nicht nur deutlich stromsparender sind, sondern auch weitere Vorteile bieten.

LED-Leuchten sind stufenlos dimmbar, sofort schaltbar und ermöglichen eine präzise Steuerung des Lichts, was sowohl für die Energieeinsparung als auch für die Reduzierung von Lichtemissionen entscheidend ist. Laut Urs Etter, dem ehem. Leiter der öffentlichen Beleuchtung der Stadtwerke St. Gallen, werden alte Lampen bei Erneuerungen immer durch LEDs ersetzt, sodass in Zukunft die gesamte Stadt in einem einheitlich weissen Licht erstrahlen wird.

Energieeinsparung durch kontinuierliche Modernisierung

Der aktuelle Stromverbrauch der öffentlichen Beleuchtung in St. Gallen liegt bei rund 3,6 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Durch den kontinuierlichen Einsatz von modernen LED-Leuchten und effizienten Steuerungssystemen wird erwartet, dass der Verbrauch in den nächsten fünf bis zehn Jahren um weitere acht bis zehn Prozent gesenkt werden kann. Dank dieser Massnahmen gehört St. Gallen bereits heute zu den Städten mit der effizientesten Beleuchtung in der Schweiz, wie eine Analyse des WWF zeigt.

Dynamische Beleuchtungssysteme und Pilotprojekte

Neben der Umstellung auf LED setzt die Stadt auch auf dynamische Beleuchtungssysteme, die beispielsweise an der Demutstrasse erfolgreich getestet wurden. Diese Systeme sorgen dafür, dass die Beleuchtung nur dann auf voller Leistung arbeitet, wenn Fahrzeuge oder Fussgänger von den Detektoren erfasst werden. Ansonsten wird die Lichtintensität reduziert, was zusätzlich zur Einsparung von Energie beiträgt.

Zudem verfolgt die Stadt St. Gallen seit 2009 mehrere Pilotprojekte zur gezielten Beleuchtung von historischen Gebäuden und Plätzen. So werden etwa in der Altstadt Gassen und Plätze von den Fassaden oder Dachtraufen aus beleuchtet, um den Charme der historischen Architektur hervorzuheben. Auch bei der Beleuchtung von Treppen, wie etwa am Dohlengässlein, wurden neue Konzepte getestet, die inzwischen bei weiteren Treppenanlagen umgesetzt werden.

Ein nachhaltiges Lichtkonzept für die Zukunft

Das Lichtkonzept der Stadt, das seit 2010 umgesetzt wird, legt grossen Wert auf die Verbesserung der Lichtqualität und den verantwortungsvollen Umgang mit Energie. Ein zentrales Ziel dabei ist es, nicht einfach mehr Licht zu schaffen, sondern besseres und gezieltes Licht einzusetzen. Dabei wird auch berücksichtigt, dass in naturnahen Bereichen, wie etwa im Stadtpark, bewusst auf Beleuchtung verzichtet wird, um die Natur zu schützen.