In einer Gesprächsrunde 2016, an der Vertreter der Schweizer Lichtbranche, Städte und Gemeinden teilnahmen, wurde die Zukunft der öffentlichen Beleuchtung eingehend diskutiert. Im Mittelpunkt standen die Einführung von LED-Technologien und die Chancen, die eine bedarfsgerechte Steuerung von Lichtmengen bietet. Während viele Gemeinden noch auf herkömmliche Beleuchtung setzen, zeigt sich zunehmend, dass der Umstieg auf moderne Lösungen nicht nur Energie spart, sondern auch die Effizienz und Umweltfreundlichkeit deutlich verbessert.
Herausforderungen und Chancen der Umstellung auf LED
In der Diskussion betonten Experten, dass die Tage der Natriumdampf- und Quecksilberdampflampen gezählt sind. Doch der Übergang zu LED ist nicht immer einfach. Während manche Städte, wie Bern, durch den Wechsel enorme Einsparungen erzielen, hat St. Gallen, das bereits früh auf energieeffiziente Technologien setzte, eine längere Amortisationszeit für die neuen LED-Anlagen. Urs Etter, der damals Leiter der öffentlichen Beleuchtung in St. Gallen war, stellte fest, dass viele Gemeinden beim ersten LED-Hype die "Finger verbrannt" haben, indem sie auf minderwertige Produkte setzten oder unklare Investitionen tätigten.
Trotz dieser Hürden sind sich die Teilnehmer einig: LED-Technik und intelligente Steuerungssysteme bieten ein enormes Potenzial für Energieeinsparungen. Auch wenn es in einigen Fällen länger dauert, bis sich die Investitionen amortisieren, lohnt sich der Einsatz neuer Technologien auf lange Sicht sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch.
Dynamische Beleuchtung: Licht nach Bedarf
Ein weiteres zentrales Thema war die Einführung von dynamischen Beleuchtungssystemen, bei denen die Lichtmenge je nach Bedarf gesteuert wird. Durch den Einsatz von Bewegungs- und Radarsensoren wird das Licht nur dann auf volle Helligkeit geschaltet, wenn tatsächlich Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Dies bietet nicht nur erhebliche Einsparpotenziale, sondern verbessert auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.
Urs Etter berichtete aus den Erfahrungen in St. Gallen, wo dynamische Beleuchtungssysteme in Quartieren installiert wurden. Hier reagierten die Leuchten auf Bewegung, was nicht nur für Komfort, sondern auch für Begeisterung bei den Anwohnern sorgte. Besonders der Wunsch nach mehr Sicherheit bei nächtlichen Spaziergängen oder Joggingrunden wurde erfüllt, da die Leuchten im Voraus heller wurden und so für bessere Sichtbarkeit sorgten.
Der ökologische Aspekt
Neben der reinen Energieeinsparung spielt auch der Schutz der Umwelt eine zentrale Rolle. In vielen Gemeinden wächst das Bewusstsein für die Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf die Natur. Intelligente Systeme, die die Lichtemissionen minimieren, könnten einen wertvollen Beitrag leisten, um den Nachthimmel wieder dunkler zu machen – ein wichtiger Schritt für den Schutz von Tieren und Pflanzen, die von künstlichem Licht beeinflusst werden.
Pionierrolle der Schweiz
In der Schweiz spielt die Schweizerische Lichtgesellschaft (SLG) eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Normen und Standards. Dennoch wurde in der Diskussion betont, dass im Bereich der Vorschaltgeräte und Steuerungen noch viel getan werden muss, um Standardisierung und Kompatibilität zu gewährleisten.
Trotz dieser Herausforderungen hat die Schweiz weltweit eine Pionierrolle in der Einführung von Lichtsteuerungssystemen eingenommen. Diese Innovationen bieten nicht nur Vorteile für die Gemeinden, die ihre Beleuchtung optimieren wollen, sondern helfen auch Schweizer Unternehmen, international erfolgreich zu sein.